Begeisterte Kinder beim Wasserforscherprojekt
Ausgerüstet mit Gummistiefeln, Outdoorkleidung und viel Vorfreude machten sich die Kinder der Klassen 3 und 4 der Grundschule Eisingen bei herrlichem Wetter auf den Weg zum Eisingerbach. Dort wurden sie herzlich von Frau Wernick und Herrn Neumann empfangen.Bereits im Vorfeld hatte Herr Neumann die Schülerinnen und Schüler in der Schule mit einer informativen Einführung auf das Wasserforscherprojekt vorbereitet. Er gab einen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten und beantwortete alle Fragen der Kinder. Nun konnten es alle kaum erwarten, sich endlich auf die Suche nach den sogenannten Makrozoobenthos zu machen.
Unter Makrozoobenthos versteht man die Gesamtheit der tierischen Organismen, die am Gewässergrund leben (Benthos), wirbellos sind und mit bloßem Auge gut erkannt werden können (Makro). Diese Organismen sind ein zentraler Bestandteil des biologischen Monitorings und dienen als wichtige Bioindikatoren für die Gewässergüte. Gemeinsam mit den Grundschulkindern wollte Herr Neumann die Wasserqualität des Eisingerbachs anhand dieser Lebewesen untersuchen.
In Gruppen entdeckten, erforschten und dokumentierten die Kinder das Gewässer. Es war faszinierend zu beobachten, mit welcher Begeisterung sie sich an dem Projekt beteiligten. Keine Langeweile, keine Konflikte - stattdessen Freude, Teamgeist und gemeinsames Forschen. Eine Gruppe skizzierte die geografische Lage des Gewässers. Dabei fiel auf, dass der Eisingerbach einen sehr naturnahen Verlauf aufweist, was sich positiv auf die Wasserqualität auswirkt.
Eine weitere Gruppe stieg nach genauer Einweisung durch Herrn Neumann in den Bach und suchte mit Käschern nach Makrozoobenthos. Erst durch ein spezielles mehrstufiges Siebverfahren wurden die kleinsten Lebewesen sichtbar. Darüber staunten nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrerinnen. Unglaublich, wie viel Leben sich in einem Bach verbirgt! Besonders gesucht wurden verschiedene Fliegenlarven.
Die gesiebten Bachproben wurden anschließend zu einer weiteren Gruppe gebracht, die bereits gespannt an ihrem mobilen Labor wartete. Mit speziellen Pinzetten, die die Tiere nicht verletzen, separierten die Kinder die Benthos in kleine Schälchen. Anschließend konnten sie diese unter dem Mikroskop genau betrachten und bestimmen. Dabei war viel Aufmerksamkeit gefragt, denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Arten sind oft nur schwer zu erkennen. Das Staunen nahm kein Ende: Immer wieder wurden neue spannende Tiere entdeckt und begeistert den anderen gezeigt.
Die jungen Forscherinnen und Forscher fanden unter anderem Sumpffliegenlarven, Eintagsfliegenlarven, Steinfliegenlarven, zahlreiche Bachflohkrebse und sogar einen kleinen Molch. Besonders freute sich Herr Neumann über zwei Köcherfliegenlarven. Diese gelten als wichtiger Indikator für eine sehr gute Wasserqualität.
Mit Hilfe eines Chemiebaukastens untersuchte eine weitere Gruppe verschiedene Wasserwerte. Mit etwas Unterstützung durch Erwachsene wurden Sauerstoffgehalt, Ammonium, Gesamthärte, Nitrit, Nitrat, Phosphat und der pH-Wert bestimmt. Die Kinder konnten dabei feststellen, dass die Wasserqualität an dieser Stelle sehr gut ist. Umgerechnet in einer Schulnote liegt sie zwischen 1 und 1-2. Darüber freuten sich alle Beteiligten sehr.
Der Eisingerbach ist laut Herrn Neumann ein echtes Kleinod, dessen Wert vielen Menschen möglicherweise gar nicht bewusst ist. Umso wichtiger sei es, dieses Naturparadies zu schützen und zu erhalten. Ihm liegt besonders am Herzen, Kindern in unserem zunehmend von Medien geprägten Alltag die Natur wieder näherzubringen und ihnen zu zeigen, dass Leben bereits im Kleinsten beginnt.
Für Herrn Neumann war das Wasserforscherprojekt ein "absoluter Volltreffer". Wie sehr ihm die Natur am Herzen liegt, war deutlich spürbar. In diesem Zusammenhang plant Herr Neumann die Gründung einer BUND-Ortsgruppe (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Eisingen.
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